Erhalten Sie vom Betreibungsamt eine Pfändungsanzeige für einen Mitarbeitenden, müssen Sie den darin genannten Betrag vom Lohn einbehalten und dem Amt überweisen. In bexio erfassen Sie den Abzug als Netto-Abzug mit der Lohnart 6300 «Lohnpfändung» in den Grundlohndaten. Die Zahlung an das Amt lösen Sie danach separat im Banking aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Lohnpfändung ist ein Abzug vom Nettolohn, also nach Sozialversicherungen und Steuern.
- Sie hinterlegen den Betrag mit der Lohnart 6300 «Lohnpfändung» in den Grundlohndaten. Danach wird er jeden Monat automatisch abgezogen.
- bexio verbucht nur den Abzug. Die Überweisung ans Betreibungsamt erfassen Sie selbst, mit Referenznummer und Namen des Mitarbeitenden.
- Der gepfändete Betrag darf nicht an den Mitarbeitenden ausbezahlt werden.
- Sinkt das Einkommen oder endet die Pfändung, passen Sie den Abzug selbst an oder entfernen die Lohnart.
Was die Pfändung für Sie als Arbeitgeber bedeutet
Bei einer Lohnpfändung sind Sie der Schuldner des Betriebenen, juristisch «Drittschuldner». Das Betreibungsamt zeigt Ihnen die Pfändung an. Nach Art. 99 SchKG können Sie von da an rechtsgültig nur noch an das Betreibungsamt leisten.
Wie viel gepfändet wird, entscheiden nicht Sie. Nach Art. 93 Abs. 1 SchKG kann Erwerbseinkommen so weit gepfändet werden, als es für den Schuldner und seine Familie nicht unbedingt notwendig ist. Das Amt ermittelt dazu das Existenzminimum. Die Richtlinien dafür erlassen die Kantone bzw. ihre Aufsichtsbehörden. Alles, was über dem Existenzminimum liegt, bildet die pfändbare Quote. Das Gesetz setzt weitere Rahmen:
- Dauer: Einkommen kann längstens ein Jahr gepfändet werden. Die Frist beginnt mit dem Pfändungsvollzug (Art. 93 Abs. 2 SchKG).
- Anpassung: Ändern sich die Verhältnisse, passt das Amt die Pfändung an (Art. 93 Abs. 3 SchKG).
- Krankenkassenprämien: Auf Antrag des Schuldners weist das Amt Sie an, zusätzlich den Betrag für laufende Prämien und Kostenbeteiligungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ans Amt zu überweisen (Art. 93 Abs. 4 SchKG, in Kraft seit 1. Juli 2024).
- Auskunft: Dritte, bei denen der Schuldner Guthaben hat, sind bei Straffolge im gleichen Umfang auskunftspflichtig wie der Schuldner (Art. 91 Abs. 4 SchKG).
- Abführung: Liefern Sie gepfändete Beträge bei Fälligkeit nicht ab, kann der Gläubiger die Verwertung des Anspruchs auf diese Beträge innert 15 Monaten nach der Pfändung verlangen (Art. 116 Abs. 2 SchKG).
Schritt für Schritt: Lohnpfändung in bexio erfassen
- Anzeige prüfen. Notieren Sie Betrag, Konto des Betreibungsamts, Referenznummer und Beginn der Pfändung. Lesen Sie genau, ob ein fester Monatsbetrag genannt ist oder ein Betrag, der dem Mitarbeitenden verbleiben muss. Bei Unklarheiten fragen Sie das Amt.
- Mitarbeitenden öffnen. Öffnen Sie den aktuellen Lohnlauf des betroffenen Mitarbeitenden und wechseln Sie zu «Mitarbeiter bearbeiten».
- Lohnart hinzufügen. Klicken Sie in den «Grundlohndaten» auf «Lohnart hinzufügen/entfernen», suchen Sie die Lohnart 6300 «Lohnpfändung» aus und tragen Sie den Betrag der Pfändung ein.
- Speichern und kontrollieren. Nach dem Speichern zieht bexio die Lohnart automatisch jeden Monat ab. Prüfen Sie in der Lohnabrechnung, dass der Betrag das Netto-Ergebnis reduziert.
- Überweisung auslösen. Erstellen Sie im Bereich «Banking» eine manuelle Zahlung an das Konto auf der Urkunde. Geben Sie zwingend die Referenznummer und den Namen des Mitarbeitenden an, damit das Amt die Zahlung zuordnen kann.
Die Lohnart liegt im Mitarbeiterstamm, weil Sie wiederkehrende Abzüge und Zulagen in den Grundlohndaten hinterlegen. So erscheinen sie in jedem neuen Lohnlauf automatisch. Wie Lohnarten allgemein funktionieren, erklärt Lohnarten in bexio verwalten. Wie Sie Zahlungen aus bexio an die Bank übermitteln, zeigt Zahlungen aus bexio an die Bank übermitteln.
Was sich durch den Abzug ändert und was nicht
Weil die Pfändung vom Nettolohn abgezogen wird, bleiben die Basis für Sozialversicherungsbeiträge und Quellensteuer unverändert. Die Lohnabrechnung zeigt den Abzug, und der Auszahlungsbetrag an den Mitarbeitenden sinkt entsprechend. Das Geld bleibt aber in Ihrer Verantwortung, bis es beim Amt eingegangen ist. Die bexio-Hilfe weist darauf hin, dass Sie als Arbeitgeber für die korrekte Abführung gemäss der Verfügung haften.
Stolperfallen im Alltag
- Fester Abzug bei schwankendem Einkommen: bexio zieht jeden Monat den hinterlegten Betrag ab. Die Pfändung bezieht sich aber auf das tatsächlich erzielte Einkommen. Sinkt es, etwa bei Krankheit oder Unterbeschäftigung, prüfen Sie, ob das Existenzminimum noch gewahrt ist. Im Zweifel kontaktieren Sie das Betreibungsamt. Wie Sie Ausfälle erfassen, beschreibt Abwesenheiten von Mitarbeitenden erfassen, bei reduzierter Arbeitszeit Kurzarbeit in bexio abrechnen.
- Das Ende der Pfändung vergessen: Die Lohnart bleibt, bis Sie sie wieder entfernen. Nehmen Sie sie über «Lohnart hinzufügen/entfernen» heraus, sobald das Amt das Ende bestätigt.
- Zahlung vergessen: bexio erstellt den Abzug, aber keine Überweisung. Planen Sie die Zahlung im selben Rhythmus wie den Lohnlauf, sonst fehlt das Geld beim Amt.
- Zusätzliche Anweisungen: Fordert das Amt zusätzlich einen Betrag für Krankenkassenprämien an, beschreibt die bexio-Hilfe diesen Fall nicht. Klären Sie die Erfassung vorab mit Ihrem Treuhänder oder dem bexio-Support.
Häufige Fragen
Beeinflusst die Lohnpfändung die Quellensteuer oder die Sozialversicherungen?
Nein. Laut bexio-Hilfe wird die Pfändung vom bereits versteuerten Nettolohn abgezogen. Sie hat keinen Einfluss auf die Höhe der Quellensteuer oder der Sozialversicherungsbeiträge.
Muss ich die Lohnpfändung jeden Monat neu eingeben?
Nein. Ist die Lohnart bei den Grundlohndaten des Mitarbeitenden hinterlegt, berücksichtigt bexio den Abzug in jedem neuen Lohnlauf automatisch.
Was passiert, wenn ich den Betrag trotzdem auszahle?
Nach der Anzeige können Sie rechtsgültig nur noch an das Betreibungsamt leisten (Art. 99 SchKG). Eine Auszahlung an den Mitarbeitenden gilt deshalb nicht als gültige Leistung. Nehmen Sie bei einem Fehler umgehend Kontakt mit dem Amt auf und holen Sie bei Bedarf rechtlichen Rat ein.
Wie lange muss ich den Betrag abziehen?
Die Pfändung von Einkommen dauert längstens ein Jahr ab dem Pfändungsvollzug (Art. 93 Abs. 2 SchKG). Massgebend ist, was das Betreibungsamt Ihnen mitteilt. Fragen Sie im Zweifel nach, bevor Sie die Lohnart entfernen.
Fazit
Eine Lohnpfändung setzen Sie in bexio mit wenigen Klicks um: Lohnart 6300 in den Grundlohndaten hinterlegen, Betrag prüfen, Zahlung ans Betreibungsamt separat auslösen. Der Aufwand liegt in der Kontrolle. Behalten Sie Einkommensänderungen und das Ende der Pfändung im Blick und halten Sie die Anzeige des Amts als Beleg bereit. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Quellen
- Lohnpfändung bexio Hilfe
- Wiederholende Lohnarten und Werte hinterlegen bexio Hilfe
- input-de Fedlex
- Kreisschreiben bj.admin.ch
Stand: Oktober 2026. bexio ist eine Marke der bexio AG, efatto ist unabhängig.